Schädlingsbekämpfung im Weinberg – Pheromone gegen den Traubenwickler

Schädlingsbekämpfung im Weinberg – Pheromone gegen den Traubenwickler

 

Zu was der Pfälzer allgemein „Pheromone uffhänge“ sagt, ist ein wichtiger Schritt bei der Schädlingsbekämpfung im Weinberg. Ohne die teilweise groß angelegten Aktionen würden die Winzer ein großes Problem mit dem einbindigen beziehungsweise dem bekreuzten Traubenwickler, dessen Larven großen Schaden an den Rebstöcken anrichten können, bekommen. Der Traubenwickler ist ein Schmetterling (Nachtfalter) aus der Familie der Wickler (Totricidae). Der Falter hat einen fünf bis sechs Millimeter großen Körper und eine Flügelspannweite von 12 bis 13 Millimeter, die Flügel sind gelblich bis gräulich marmoriert (beim bekreuzten Traubenwickler) beziehungsweise strohgelb mit schwarz-braunem Querband (beim einbindigen Traubenwickler). Beide Traubenwickler-Arten sind vorallem in europäischen Weinanbaugebieten weit verbreitet, kommen aber auch in Afrika oder Asien vor.

 

Gefährlich bei diesen Insekten sind nicht die ausgewachsenen Tiere, sondern vielmehr deren Larven, welche normalerweise das erste Mal in der Zeit von Ende Mai bis Ende Juni schlüpfen. Unterschieden wird bei diesen Larven die jeweilige Generation welche sich in den Heuwurm (Mai bis Juni), den Sauerwurm (Juni bis Mitte Juli) und letztendlich den Süßwurm (nur beim bekreuzten Traubenwickler und nur bei warmen und günstigen Bedingungen Mitte September bis Anfang Oktober) aufteilt. Das Ei des Traubenwicklers wird in den Borken des Rebstocks abgelegt, ehe dann zwischen Mai und Juni der Heuwurm schlüpft. Der Heuwurm ernährt sich weitestgehend von den Fruchtansätzen der Rebe, den sogenannten „Gescheinen“. Damit kann der Heuwurm knapp die Hälfte der erwarteten Erntemenge bereits im Mai vernichten. Der Sauerwurm ernährt sich, wie der Name bereits vermuten lässt, sehr gerne von den noch unreifen (sauren) Trauben bei denen er dann kleine Löcher hinterlässt. Durch diese „Verletzungen“ können Essigbakterien oder Schimmelpilze eindringen, die die Trauben zum faulen bringen bevor sie überhaupt ausreifen können. Der Süßwurm frisst sich letztendlich durch die reifen Trauben und verursacht ebenfalls Fäulnis, Schimmel oder eine Essigbildung.

Somit kann fast über das ganze Jahr ein erheblicher Schaden für den Winzer entstehen, den es zu vermeiden gilt. Früher wurden hierfür vielerorts Insektizide eingesetzt, die präventiv gegen den Schädling wirken sollten, aber auch für viele nützliche Tiere, die im Weinberg leben, den Tod bedeuteten. Seit 1985 jedoch wird eine viel schonendere Methode in den Weinbergen praktiziert. Oftmals werden zuerst mit sogenannten Pheromonenfallen die Populationen des Traubenwicklers in den Anbaugebieten geschätzt, sodass die Gegenmaßnahmen genau abgewägt und der optimale Zeitpunkt der Prävention bestimmt werden kann.

Auch bei uns in Sankt Martin gab es letzten Montag eine große Aktion, bei der wir mit den anderen Winzern des Dorfes sogenannte Dispenser (Plastikampullen) in den Weinbergen ausgehängt haben. Diese Ampullen enthalten die Pheromone des weiblichen Traubenwicklers. Hierbei ist es immens wichtig, dass die Winzer zusammenarbeiten und Weinbergübergreifend flächendeckend die kleinen Ampullen in den einzelnen Weinbergs-Zeilen aufhängen.Hierzu werden auch angrenzende Sträucher und Bäume behängt, sodass es gewährleistet ist, dass diese „Pheromonen-Wolke“ auch keine Lücken aufweist.

Das Traubenwickler-Männchen ist durch diese Duftstoffe so verwirrt, dass es das Weibchen nicht mehr finden und sich so letztendlich auch nicht fortpflanzen kann. So wird auf umweltfreundliche Weise, ohne andere Tiere oder Pflanzen zu schaden der Schädling weitestgehend bekämpft und die Traubenernte für das Jahr wieder ein Stück weit gesichert

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